Sailing Trips „Hope 2022“: Eine positive und bewegende Bilanz

Die großartige dritte Ausgabe der Sailing Trips hope“ ging am Mittwoch, dem 21. Juli, zu Ende – mit strahlenden Gesichtern und einem Lächeln, vor allem aber mit Eltern, die stolz auf die Erfahrungen ihrer Kinder waren, die oft zum ersten Mal außerhalb des familiären Umfelds unterwegs waren. 11 Boote, 48 Teilnehmer, 1 Walliser Hund, technische Pannen, Spiele, Baden, Sonne, Nächte unter freiem Himmel… Es fehlen die Worte, um die reichhaltige und intensive Erfahrung zusammenzufassen, die diese jungen Menschen in Remission von Krebs während dieser beiden Sailing Trips hope gemacht haben.

Ein besonderes Highlight war, dass die Familie Léman Hope 15 junge Deutschschweizer auf sechs Booten willkommen geheißen hat. Für sie war es die Gelegenheit, zum ersten Mal die Freuden des Genfer Sees zu entdecken. Nach einer oft mehrstündigen Fahrt von ihrem Zuhause erwarteten sie eine neue Sprache, ein neuer Kanton, ein neuer See und ganz neue Erlebnisse! Die französisch- und deutschsprachigen Schiffsjungen-Lehrlinge konnten durch Spiele und gemeinsames Lachen eine Verbundenheit aufbauen. Die Aufnahme der deutschschweizerischen Jugendlichen war eine große Premiere und ein voller Erfolg: «Wir möchten alle wiederkommen!», sagten sie. Prof. Dr. Jochen Rössler, Leiter der Abteilung für pädiatrische Onkologie und Hämatologie am Universitätsspital Bern, beehrte uns ebenfalls mit seiner Anwesenheit bei der Ankunft der Sailing Trips. Er brachte sein Erstaunen darüber zum Ausdruck, drei Jugendliche wiederzusehen, die er kannte und die er vor einigen Monaten bzw. Jahren behandelt hatte, und die nun so anders, so offen und so glücklich waren: „Es ist unglaublich, diese Kinder so voller Leben zu sehen. Ich habe sie nur im Spital kennengelernt, im Bett und bei der Chemotherapie, manche mit Komplikationen. Jetzt haben sie ihre Kräfte wiedergefunden und stehen im Mittelpunkt ihres eigenen Lebens. Sie können sich selbstständig ausdrücken und sind sehr begeistert. Sie kehren von dieser Reise mit einem sehr positiven Gefühl zurück.“

Was das Wetter angeht, haben unsere kleinen Matrosen die sengende Hitze voll ausgenutzt. Baden, Stand-up-Paddling, Schwimmringe und Ausflüge zu geheimnisvollen Inseln haben Groß und Klein gleichermaßen begeistert. Doch das Schlepp-Paddeln hat den ersten Platz unter den besten Aktivitäten belegt! „Die Kreuzfahrt hat mir geholfen zu verstehen, dass ich das Recht habe, Spaß zu haben und mir selbst zu vertrauen“, erzählt der 17-jährige Brodie. 

Auf der zweiten Segeltour beschließen die Skipper, den Kurs zu ändern, um den Wind einzufangen: Richtung Grand-Lac und die Häfen von Rolle und Crans-près-Céligny. „Léman Hope“ ist vor allem eine Einführung in das Segeln an Bord eines Segelboots. Diese Erfahrung ermöglicht es, eine neue Welt zu entdecken, in der die Jugendlichen sofort Verantwortung übernehmen. Unter der Leitung eines professionellen Skippershissen sie bereits am ersten Tag die Segel, stehen am Ruder und übernehmen zahlreiche Aufgaben, um über das Wasser zu gleiten: So bauen sie Selbstvertrauen auf und genießen das Gefühl der Freiheit. „Mein schönster Moment war, als wir segelten und das Boot sich neigte“, erzählt uns ein Schiffsjunge, der nach den Sailing Trips Skipper werden und seinen Bootsführerschein machen möchte.

An Land sind die Ängste und die Aufregung der Eltern, die ihr Kind zum ersten Mal zurücklassen, spürbar. Oft befürchten sie, dass ihr Kind keine Freunde finden oder sich nicht mit den anderen Überlebenden verstehen wird. Krebs ist nicht nur eine Herausforderung für den Körper, sondern auch eine schmerzhafte psychologische Prüfung, die soziale Interaktionen oft erschwert. Eine Mutter sagte uns bei der Ankunft: "Ich hatte Angst, sie gehen zu lassen. Heute Abend sehe ich zum ersten Mal das Lächeln auf ihrem Gesicht, das sie seit ihrer Krankheit nie mehr gefunden hatte. Eine erfolgreiche Wette für Léman hope!

Die Sailing Trips hope sind eine Erfahrung, die sich langfristig auszahlt. Die Jugendlichen gewinnen dank prägender Momente an Selbstvertrauen – jeder in seinem eigenen Tempo und entsprechend seinen eigenen Erfahrungen. Deshalb liegt es uns am Herzen, dieses Abenteuer allen jungen Schweizer Krebsüberlebenden jedes Jahr bis zu ihrem 21. Lebensjahr anzubieten. Im Jahr 2022 nahmen 47 Teilnehmer teil, von denen 15 das Abenteuer bereits zum zweiten oder sogar dritten Mal erlebten. Esteban Garcia, Initiator des Projekts, betont zudem, wie wichtig es ist, über sich hinauszuwachsen: «Wir teilen unsere Leidenschaft für das Segeln mit den Jugendlichen, die so wieder Selbstvertrauen gewinnen und ihre Erfahrungen mit anderen teilen können, die dieselbe schmerzhafte Krebserfahrung gemacht haben.»

Die Sailing Trips sind zwar vorbei, doch für die jungen Überlebenden fängt das Abenteuer „Léman Hope“ erst richtig an. „Die Kreuzfahrt hat mir geholfen, weil wir mit Menschen, die auch Krebs hatten, über Krebs sprechen konnten. Das tut gut“, erzählt die 11-jährige Louana. Ein Schub an Selbstvertrauen, Aufgeschlossenheit, Austausch und neue Freundschaften – das fasst die einzigartige Erfahrung unserer kleinen Matrosen zusammen. Wir sehen uns nächstes Jahr zu neuen Abenteuern!